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Warum werden unsere großen, gesellschaftlichen Probleme nur verwaltet und nicht langfristig gelöst?

Die Antwort auf die Frage soll ein erhellendes Gespräch liefern.

Das Gespräch zwischen dem pflichtbewussten und dem visionären Vater

Angenommen du sitzt in einem Zug und belauscht das Gespräch zwischen zwei Herren, die in ihrer Kabine sitzen und sich angeregt unterhalten. 

Einer dieser Herren ist sehr pflichtbewusst und erzählt über seine Tochter.

Der visionäre Vater erzählt über seinen Sohn, der ein Gesellschaftsvisionär ist.

Aber lauschen wir nun, was uns die beiden Väter zu sagen haben.

Der pflichtbewusste Vater sagt: “Ich habe meine Tochter wirklich gut erzogen!”

“Warum?”, fragt der visionäre Vater.

“Sie hat die Realschule gut abgeschlossen, hat einen ordentlichen Beruf, ist selbstbewußt, immer gut drauf, bei allen beliebt und nie um eine gute Antwort verlegen”, antwortet der pflichtbewusste Vater.

“Was macht sie denn beruflich?“, fragt der visionäre Vater.

“Sie arbeitet beim Staat. Sie ist im Arbeitsamt und betreut Hartz 4-Empfänger.”, antwortet der pflichtbewusste Vater.
“Da hat sie wirklich einen sicheren Job, wenn man sich mal unsere schwierige, wirtschaftliche Lage ansieht.
Nicht zuletzt verdient sie beim Staat recht gut im Vergleich zu vielen anderen, die in der freien Wirtschaft arbeiten. Sie bekommt als A9 monatlich 2800 €. Auch nicht zu verachten, die hohe Pension im Alter.”

“Ouh, Ouh”, murmelt der visionäre Vater, mit kritischem Blick.
“Ich frage mich jetzt ernsthaft, warum ihre Tochter für das Verwalten von Arbeitslosen so fürstlich belohnt wird.”

“Aber hören Sie mal”, empört sich der pflichtbewusste Vater.

“Das ist wirklich ein harter Job. Sie ist am Abend oft völlig geschafft.
Sie erfüllt jeden Tag 8 Stunden lang ihre Pflicht und darf sich mit diesen faulen Hartz 4-Empfängern herumschlagen.”

“Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten”, sagt der visionäre Vater leise und doch sehr deutlich.

Aber ich frage Sie: “Wie viele Arbeitslose bringt ihre Tochter langfristig in eine sinnvolle und erfüllende Arbeit?
Nur das würde den Arbeitslosen wirklich helfen, ihrer Tochter das Gefühl geben, etwas wirklich Gutes getan zu haben und nicht zuletzt würde es dem Gemeinwohl wirklich dienen.

“Hmmh”, antwortet der pflichtbewusste Vater nachdenklich.
“Irgendwie ist da was Wahres dran.”

Nach einer kurzen Pause, übernimmt der visionäre Vater das Wort, “Schauen Sie, mein Sohn, hat sich wirklich gute Lösungen für unsere großen gesellschaftlichen Probleme ausgedacht.”

“Hören Sie jetzt bitte gut zu, damit Sie mal ein Gefühl dafür bekommen, wie es denen geht, die nicht nur pflichtbewusst, die gesellschaftlichen Probleme verwalten, sondern sich wirklich für deren Lösung einsetzen.
So hat mein Sohn beispielsweise einen Online-Workshop entwickelt, wo er anderen dabei hilft, ihre ganz eigene Aufgabe zu finden.
Wo er ihnen hilft ihr Wesen zu entdecken,  beispielweise ihre Begabungen, Leidenschaften und Charakterstärken.
Er hat also etwas, was den Arbeitslosen wirklich Hoffnung gibt und unserem Gemeinwohl wirklich langfristig einen großen Nutzen bringen würde.
Da er aber nicht zuständig dafür ist, interessiert sich die Gesellschaft nicht für diese Lösungen und finanziert mit ihren Steuern, die Gehälter der staatlichen Berufsberater.
Jedenfalls, hat er diesen Workshop in vielen tausend Stunden Detailarbeit, hingebungsvoll und voller Begeisterung entwickelt. Wohlgemerkt für Gotteslohn.
Keiner hat ihm geholfen, diese Lösung zu realisieren.
Selbst jetzt wo er es geschafft hat, läßt man ihn links liegen und das obwohl wir gigantische gesellschaftliche Probleme haben und solche Lösungen dringend brauchen.”

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​Tja, sagt der pflichtbewusste Vater: “Er ist eben nicht zuständig für die Lösung dieser Probleme.”
Außerdem, wer sagt denn, dass sein Workshop und die anderen Lösungen wirklich so sehr dem Gemeinwohl dienen.

“Ja, wie soll er dass den beweisen, wenn ihm keiner eine Chance dazu gibt”, kontert der visionäre Vater.

“So ist eben unser System”, seufzt der pflichtbewusste Vater. 
“Es hat seine Vorteile und seine Nachteile.
Dieser Visionär ist selbst schuld, wenn er nicht die Vorteile des Systems für sich nutzt.”

“Ich finde das mein Sohn, den richtigen Weg geht”, sagt der visionäre Vater.
“Er folgt seinem Herzen und steht voll und ganz hinter seinem Tun. Er wirkt nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch sehr gesund. Ich bin sehr stolz auf ihn.
Vielleicht wandert dieser wertvolle Mensch aus und folgt so den 150 Tausend Deutschen, die jährlich auswandern und dort arbeiten, wo ihre Arbeit auch eine entsprechende Wertschätzung erfährt.”

“Soll er doch”, zischt der pflichtbewusste Vater. 
“Wir Deutsche sind doch die besten und wir wollen hier keine gesellschaftlichen Änderungen. Alles soll so bleiben wie es ist. Es geht uns doch gut. Was wollen wir denn noch alles erreichen?

“Das kann ich ihnen sagen”, sagt der visionäre Vater mit sehr klarer und deutlicher Stimme.
“Eine wirklich freie und gerechte Gesellschaft, wo jeder sein Bestes geben kann und will. Eine Lebensumgebung in der wir gerne denken, lernen und kreativ sind. 
Wo die großen, gesellschaftlichen Probleme, wie etwa die gigantischen Staatschulden und die hohe Arbeitslosigkeit nicht nur verwaltet, sondern langfristig gelöst werden.

Eine Gesellschaft in der diejenigen belohnt werden, die uns mit guten Lösungen, in eine gute Zukunft führen und nicht diejenigen, die nur brav ihre Pflicht tun bzw. ihren Dienst nach Vorschrift erledigen.
Die nur auf ihre finanzielle Sicherheit bedacht sind und deshalb den Erwartungen der Gesellschaft bestmöglich entsprechen.

Eine Gesellschaft in der es viel zu sehr darum geht, wie einer wirkt und viel zu wenig um seine Inhalte und darum geht was einer tatsächlich tut!

Wo viel zu sehr auf kurzfristige Redegewandtheit geschaut wird und nicht wie jemand langfristig mit seinem Wissen handelt.”

Der pflichtbewusste Vater wirkt ob der klaren Worte wie vom Blitz getroffen und schweigt eine Weile.

Dann sagt er: “Sie haben recht, aber Sie bzw. ihr Sohn können es auch nicht ändern!”

“Das glaube ich nicht”, sagt der visionäre Vater.

“Wo wären wir denn heute, wenn unsere Vorfahren alle einfach gesagt hätten, das geht doch nicht?

Wenn niemand den Weg gegangen wäre, um wirklich zu sehen, ob es nicht geht.

Dann würden wir noch immer mit dem Faustkeil auf die Jagd gehen und in kalten und unbequemen Höhlen schlafen.

Jeder der unsere technischen und sozialen Errungenschaften nicht zu schätzen weiß, sollte mal für 4 Wochen Urlaub bei den Papuas in Neuginea machen und dort am eigenen Leib erfahren, wie wir vor 20000 Jahren gelebt haben.”
“Das wäre sehr lehrreich für viele”, grinst der visionäre Vater.

Und setzt noch einen drauf.

Wie sagte Seneca: „Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht – weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar.”

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